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Fliegergruppe Grabenstetten-Teck-Lenninger Tal e.V.

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Mit der Cessna D-EFRP von der Alb an die Nordsee
Flugbericht von Werner Ladner

Flug über 625 km Luftlinie und die Landschaften der Bundesrepublik von der Alb bis an die Nordsee in knapp 4 Stunden erleben, mit einer Landung an der Nordsee auf Meereshöhe.

Ursprünglich sollte es ein 7-tägiger Flug durch Österreich werden, doch die Wetterprognosen  deuteten auf eine längere Schlechtwetterperiode in Süddeutschland und Österreich hin. Für die Nordsee waren die Wetteraussichten jedoch gut. So wurde der Flug kurzerhand an die Nordsee umgeplant. Fast am schwierigsten gestaltete sich die Quartiersuche, da an der Küste alles ausgebucht war. Durch eine kurzfristig freiwerdende Ferienwohnung 2 km vom Fluglatz Büsum entfernt konnte am Vortag des Fluges auch diese Hürde genommen werden.

Nach mehreren Regentagen war die Luftmasse am geplanten Flugtag sehr feucht. Die Rheinebene um Mannheim meldete am Morgen noch Nebel, auch an der Albkante war die Wolkenuntergrenze 50 bis 100m. Gegen Mittag verbesserten sich die Wetterbedingungen und ein Start war möglich. Erwartungsgemäß wurden die Flugwetterbedingungen immer besser, je weiter der Flug Richtung Norden ging. Bereits nördlich von Stuttgart stieg die Wolkenuntergrenze deutlich an. In der Rheinebene kam dann die Sonne zum Vorschein und das Motodrom in Hockenheim strahlte im Sonnenlicht. Schnell wurde das Industriezentrum Mannheim-Ludwigshafen mit den Hafenanlagen Richtung Bingen und dem Rheindurchburch überflogen. Dies war gleichzeitig auch der westlichste Punkt des Flugbeschränkungsgebietes um den Flughafen Frankfurt.

Die Flugrichtung war bisher NNW und ging jetzt Richtung NNO  über den Taunus durch Hessen. Über Limburg und Siegen führte der Flug weiter durch das sehr waldreiche Rothaargebirge. Nach 90 Minuten Flugzeit und etwa der halben Flugstrecke war der Flugplatz Mesche-Schüren im Sauerland zur Zwischenlandung erreicht.

Nach dem Wiederstart war Richtung Norden schnell das bergige Sauerland  verlassen. Die Landschaft wurde flach und geprägt durch großflächigen Ackerbau, dem Münsterland. Noch ein winziger Höhenrücken, der Teutoburger Wald, mit 300 m Höhe wurde bei Bielefeld überflogen. Gut sichtbar auch der fast gerade verlaufende Mittellandkanal. Westlich von Bremen ging es durch die norddeutsche Tiefebene.

Über der Mündung des Küstenkanales in die Weser war mit dem Jadebusen bereits die Nordsee und Bremerhafen zu erkennen.

In respektvoller Höhe wurde die erstaunlich breite Nordseemündung der Elbe überflogen. Die großen Frachtschiffe welche von der Nordsee Richtung Hamburg schifften wirkten deshalb sehr klein. Die Begrüßung im Funk des Flugplatzes Heide-Büsum mit „DEFRP moin, moin“ und der Landung auf Meereshöhe zeigten unmittelbar den Unterschied zur Schwäbischen Alb. Dazwischen lagen nur knapp 4 Stunden Fugzeit.

Eine Woche später hatte sich das Wetter auch in Süddeutschland wieder gebessert und es entwickelte sich ein stabiles Wetter - der Rückflug war möglich. An der Nordsee hatte sich jedoch Sturm mit Böen bis 50 km/h eingestellt. Das Wetterradar zeigte einzelne Gewitterzellen über der Elbmündung, welche in West-Ostrichtung zogen. Der starke Wind wehte glücklicherweise genau aus der Startrichtung 290°. Nach dem Abheben der Cessna von Asphaltbahn war der Flug, entgegen der Erwartung, trotz des starken Windes sehr ruhig.

Durch die außerordentlich gute Fernsicht auf die Nordsee, das Wattenmeer und die Küstenlandschaft schien alles sehr nahe und vereinfachte die Bodennavigation enorm. Mit einer starken Rückenwindkomponente ging es von Büsum Richtung Süden zur Elbmündung. Gut sichtbar die Gewitterzellen, welche in 400m Flughöhe mit ein paar Regentropfen auf der Frontscheibe unterflogen werden konnten. Beeindruckend auch die beidseitige Deichbefestigung entlang des Elbufers.

Die Wetterbedingungen wurden mit einer Bewölkung von 4/8, schwächerem Wind und einer Flughöhe von 600m immer besser, je weiter der Flug westlich an Hamburg vorbei durch die Lüneburger Heide Richtung Süden ging. Auf Anfrage bei Hannover Tower erteilte die Fluglotsin die Freigabe zum Durchflug durch die Kontrollzone entlang der Autobahn A7. Nun bei wolkenlosem Himmel und schon weit vorher sichtbar, ab Hildesheim, die Geländeerhöhungen welche den Beginn der deutschen Mittelgebirge markierten. Entlang des Flusses Leine ging es Richtung Göttingen. In Blickrichung Osten erhob sich der Harz mit seiner höchsten Erhebung, dem Brocken, mit 1150 m. Riesig auch die weißen Kaliberghalden „Monte Kali“ aus der Salzbergbauförderung bei Philippsthal an der Grenze zwischen Hessen und Thüringen. Weiter im Südosten mit einer Erhöhung von 900m der Thüringer Wald und die weit sichtbare Wartburg. Bald tauchte im Süden am Horizont die Rhön mit der Wasserkuppe auf. Dieser höchste Berg Hessens gilt als Ursprung des deutschen Segelfluges. Nach 2 h und 20 min setzte die Cessna in 950 m Höhe zur geplanten Zwischenlandung auf der Wasserkuppe auf. Damit war bereits 2/3 der Flugstrecke von der Nordsee zur Schwäbischen Alb zurückgelegt.

Nach einer Stärkung der Besatzung und einer Wanderung zum Fliegerdenkmal sowie dem Radom, einer ehemaligen Radarstation aus dem kalten Krieg, wurde der Heimflug fortgeführt. Von der hohen Rhön kommend wirkt, bei der guten Fernsicht, Unterfranken mit einer Höhe von ca. 400 m und den Städten Bad Kissingen und Schweinfurt sowie den Mainschleifen wie ein großes Becken. Hoch über dem Main in Würzburg thront die Festung Marienberg und die Altstadt  mit der Residenz ist durch den Main und den ringförmigen Park- und Grüngürtel eingegrenzt.

Bei Weikersheim ist die Landesgrenze Baden Württemberg wieder erreicht. Tief im Taubertal liegt das Schloss mit seinem großen Park. Die Autobahn A6 nördlich von Schwäbisch Hall markierte eine weitere navigatorische Auffanglinie. Imposant die mehr als 1 km lange Brücke über das Kochertal.

Über dem Welzheimer Wald war das Endziel, die Schwäbische Alb, bereits sichtbar.

Um 17:42 Uhr war der Nordseeausflug mit der Landung auf dem Heimatflugplatz in Grabenstetten beendet.

Ein fantastisches Erlebnis, die verschiedenartigen Landschaften der Bundesrepublik in so kurzer Zeit zu erleben.